Kein Glück mit Erlangen
[9.11.2025/feh]
H1 > S3L – TV Erlangen-Bruck > 36:40 (16:19)
Nach der Niederlage auswärts gegen den HC Erlangen II nun die Heimniederlage gegen den TV Erlangen-Bruck – die Nordbayern, so scheint es, liegen der S3L nicht. Trainer Florian Taafel relativiert das schnell: „Wir müssen auf uns schauen, auf unsere Leistungen, auf unser Spiel, das hat mit Erlangen nichts zu tun“, so der Coach, der erstmals nach einem Spiel sichtlich ungehalten auf die Leistung seiner Mannschaft reagierte.
Bereits beim letzten Auswärtsspiel schwächelte es in der Abwehr; im Torhüter-Duell gab die S3L kein gutes Bild ab. Ein Trend, der sich nicht nur fortsetzte, sondern deutlich verstärkte, Mit 40 Gegentoren ist in der Staffel Süd kein Spiel zu gewinnen – so viele Treffer auch noch in der eigenen Halle einzufangen besonders bitter. Nahezu jeder gegnerische Angriff führte zum Erfolg, Erlangen-Bruck lief teilweise durch die Abwehr wie ein Messer durch weiche Butter. Auch diesmal blieben die Torhüter im direkten Vergleich zur gegnerischen Mannschaft unter ihren Möglichkeiten.
Dem Vernehmen nach gab es nach dem Spiel auch eine deutliche Ansage in der Kabine. Entsprechend ernst erschien der Coach dann auf der Pressekonferenz: „Wenn jeder nur auf die Fehler der anderen schaut, ist das das Tödlichste, was im Mannschaftssport passieren kann“, so der Coach, stattdessen sollte jeder seine eigene Leistung überprüfen und vor der eigenen Haustüre kehren. Schuldzuweisungen seien kein Fundament für 2 Punkte. „Wenn wir mit 36 Toren kein Heimspiel gewinnen, wird es schwierig“, sagt Florian Taafel. Im Angriff zeigte die Mannschaft gute Leistungen; Stefan Salger (8), Jakob Leun (6) und Lucas Bauer (6), der mit gewohnter Nervenstärke drei Siebenmeter versenkte, erzielten die meisten Treffer. Auch hier wäre sogar noch mehr Luft nach oben gewesen, aber angesichts der insgesamt hohen Toranzahl ist das Wunschdenken auf hohem Niveau.
Strahlende Gesichter bei der gegnerischen Mannschaft, die mit Jonas Poser einen überragenden Spieler in ihren Reihen haben, der mit 13 Toren den Angriff der Erlanger fast zur One-Man-Show machte. Trainer Moritz Sokol war mehr als zufrieden: „Mit einem Sieg in Leutershausen hätten wir nicht gerechnet“. Lobende Worte fand er auch für die Atmosphäre in der Halle und die Betreuung seiner Mannschaft. „Hier sind viele freundliche Menschen und eine richtig gute Stimmung“. Ein Kompliment, das das gesamte Team der S3L gerne annimmt, übrigens auch im Blick auf die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die bei jedem Heimspiel dabei sind.
Am nächsten Sonntag spielt die S3L in Balingen. „Auch das wird kein einfaches Spiel“, weiß Florian Taafel. Bis dahin müsse viel im Training passieren, vor allem, was die Abwehr angeht. Anwurf in der Mey Generalbau Arena Balingen ist um 17 Uhr. In der Tabelle ist die S3L auf den 10. Platz zurückgefallen (10:12) und der TV Erlangen Bruck auf den 6. Platz gestiegen (12:10). HBW Balingen-Weilstetten II liegt auf dem 14. Platz (5:13). [feh]
S3L: Moritz Mangold, Lukás Lúba, Sven Schreiber (1), Lukas Gutsche (3), Stefan Salger (8), Niklas Krämer (4), Fabian Schwarzer (1), Tobias Schetters, Moritz Keller, Jakob Leun (6), Lucas Bauer (6), Leon Keller (3), Max Preller (1), Maximilian Kessler (3)